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"Dazu den Satan zwingen", 100 Min., Premiere Juni 2017 – ist ein kollektiv entstandener Film von Studierenden des Filmbereichs der HFBK Hamburg, unter der Leitung von Prof. [https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Bramkamp Robert Bramkamp], im Rahmen der Initiative „Offensiv Experimentell“.  
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"Dazu den Satan zwingen", 100 Min., Premiere Juni 2017 – ist ein kollektiv entstandener Film von Studierenden des Filmbereichs der HFBK Hamburg, unter der Leitung von Prof. [https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Bramkamp Robert Bramkamp], im Rahmen der Initiative „Offensiv Experimentell“: Jetzt online als Video on Demand auf [https://realeyz.de realeyz.de]
  
 
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An zwei Tagen wurden zahlreiche Vorträge und Filmbeiträge präsentiert, sowie Interviews geführt.  
 
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Der Film setzt somit das Vorhaben der Initiative fort. Er verwendet teilweise das dokumentarische Material der Debatten aus den zurückliegenden Veranstaltungen und den zahlreichen sich daran anschließenden Interviews und Gesprächen mit Filmschaffenden, -kritiker*innen und –produzent*innen der Szene (z.B. [https://kurzfilmtage.de/ Kurzfilmfestival Oberhausen], Kongress über die Qualität des Films an der [http://www.adk.de/de/akademie/sektionen/film-medien-kunst/ AdK Berlin]).  
 
Der Film setzt somit das Vorhaben der Initiative fort. Er verwendet teilweise das dokumentarische Material der Debatten aus den zurückliegenden Veranstaltungen und den zahlreichen sich daran anschließenden Interviews und Gesprächen mit Filmschaffenden, -kritiker*innen und –produzent*innen der Szene (z.B. [https://kurzfilmtage.de/ Kurzfilmfestival Oberhausen], Kongress über die Qualität des Films an der [http://www.adk.de/de/akademie/sektionen/film-medien-kunst/ AdK Berlin]).  
 
Dabei greift der Film einige Argumente der filmpolitischen Diskussion auf und führt sie gedanklich weiter. Themen und Begriffe wie z.B. Retrorealismus, [https://ifm.hfbk.net/mediawiki/index.php/Tatort Tatort], Nischendenken und [https://ifm.hfbk.net/mediawiki/index.php/Rundfunkstaatsvertrag Rundfunkbeitrag] werden behandelt und konstruktive Gegenbegriffe und -strategien zur Erneuerung und Kritik des Systems der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten zu Tage gebracht.
 
Dabei greift der Film einige Argumente der filmpolitischen Diskussion auf und führt sie gedanklich weiter. Themen und Begriffe wie z.B. Retrorealismus, [https://ifm.hfbk.net/mediawiki/index.php/Tatort Tatort], Nischendenken und [https://ifm.hfbk.net/mediawiki/index.php/Rundfunkstaatsvertrag Rundfunkbeitrag] werden behandelt und konstruktive Gegenbegriffe und -strategien zur Erneuerung und Kritik des Systems der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten zu Tage gebracht.
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=== Ein Film von und mit: ===
 
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Aktuelle Version vom 31. Oktober 2018, 10:47 Uhr

"Dazu den Satan zwingen", 100 Min., Premiere Juni 2017 – ist ein kollektiv entstandener Film von Studierenden des Filmbereichs der HFBK Hamburg, unter der Leitung von Prof. Robert Bramkamp, im Rahmen der Initiative „Offensiv Experimentell“: Jetzt online als Video on Demand auf realeyz.de

Synopsis

In unserem Film spielt Dietrich NICHT den Heiland, aber klagt mit uns gegen den NDR.
In unserem Film spielt Dietrich NICHT den Heiland, aber klagt mit uns gegen den NDR.

Der Film ist ein operatives Portrait des Schauspielers, (ehemaligen) Oberstaatsanwaltes und Filmkritikers Dietrich Kuhlbrodt, der gegen den NDR klagt. 'Operativ', weil seine Klage sowohl die fernsehkritische Mission antreibt als auch Kuhlbrodt 'in Aktion' dokumentiert.

Langer Marsch durch die Wüste des retro-realistischen Canyons: Die Protagonisten machen sich auf den Weg zu Dietrich Kuhlbrodt. Wird er der sich immer weiter ausbreitenden Verödung in der Film – und Fernsehlandschaft endlich ein Ende setzen können? Er ist unsere letzte Chance.

In dokumentarischen wie fiktionalen Szenarien verfolgen wir den Prozess Dietrichs und seiner Verbündeten gegen ein System des Formatierungszwangs und der Phantasielosigkeit. Sein Kampf gegen den NDR, den er als Medium für und mit den Studierenden bestreitet, kommt einem endlosen Marsch auf den ausgedörrten und festgetretenen Pfaden einer retro-realistischen Canyonwüste gleich.

Die verödete Fels- und Wüstenlandschaft des retro-realistischen Canyons.

Es ist ein Prozess gegen die Sachzwänge der deutschen Kino- und Fernsehproduktion und ihren Verwertungsmechanismen, die mit ihrem Tatort-Realismus („Retro- Realismus“) alle Formen experimenteller Bewegtbildkultur zu einem aussichtslosen Nischendasein zwingt. Im Laufe des Films lernen wir nicht nur die facettenreiche Biografie Kuhlbrodts kennen, sondern auch die vielseitigen Strategien und großen Mühen, die Gegner wie Befürworter einer innovativen Bewegtbildkultur auf sich nehmen, um das System und sich selbst zu erhalten, oder es zu verändern.

Damit führt der Film thematisch die Diskussionen der Initiative „Offensiv Experimentell“ weiter, in der die Produktionsbedingungen der Film- und Fernsehlandschaft in Deutschland kritisch reflektiert und die Möglichkeiten für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für experimentelle Bewegbildformen diskutiert und vorangetrieben werden.

Dietrich Kuhlbrodt im Gericht bei seinem Prozess gegen den NDR.
Dietrich Kuhlbrodt er hält die einmalige Chance einen Tatort zu drehen.

Produktion und Umsetzung des Films

Das Drehbuch und der Film sind im Rahmen eines mehrsemestrigen Werkstattprojektes des Filmbereichs entstanden (WiSe 14/15, SoSe 16 bis heute). Die Vorgehensweise zur Stoffentwicklung gleicht dem Schreiben eines kollektiven Kettenbriefs: Jemand beginnt mit einer Figur, die/der nächste setzt sie in eine Handlung um, undsofort. Den Studierenden war es offen gestellt, was sie erzählen wollen. Die einzige Voraussetzung bestand darin, fiktiv oder dokumentarisch Bezug zur Person und Figur Dietrich Kuhlbrodts zu nehmen und sie auf ihren „Klageweg“ zu schicken.

Dabei war es den Studierenden freigestellt, eine ganze Szene oder nur ein Interview zu entwickeln, reale und/oder fiktionale Elemente der Biografie Kuhlbrodts aufzugreifen, Neben- oder weitere Hauptfiguren zu erfinden, neue Seitenstränge des Plots zu entwerfen, oder andere Hauptspielorte zu etablieren. Inhaltlich wurden dabei die unterschiedlichen Argumentationslinien und Themen der filmpolitischen Diskussion verarbeitet.

Insofern stellt der Film in seiner Vorgehensweise ein „operatives Portrait“ von Dietrich Kuhlbrodt dar, bei dem sich reale wie fiktionale Elemente seiner Biografie vermischen. Zudem ist er ein Experiment im Erproben kollektiver Filmproduktion und eine Suche nach filmischen Erzählformen, die dieser kollektiven Vorgehensweise gerecht werden können.

Die Lage eskaliert: Am Set des Tatort Dreh "Das Heinze System".

Die kollektiven Dreharbeiten fanden im Sommer 2015 statt. Viele Szenen des Films wurden vor Ort improvisierend weiterentwickelt, um die einzelnen Beiträge miteinander zu einem Plot zu verknüpfen. Im Sommer 2016 fand zusätzlich ein Dreh für die Vorspannsequenz statt. Die so entstandenen Teilfilme und Filmstücke wurden schließlich in einem langen Schnittprozess zu einer polyphonen Erzählung weiterentwickelt und zusammengefügt. Die Premiere findet im Juni 2017 statt.

Das Drehteam des Tatorts "Das Heinze System".

Kontext des Films: Offensiv Experimentell

Der Film ist im Rahmen der Initiative „Offensiv Experimentell“ des Studienschwerpunkts Films an der HFBK Hamburg entstanden. Unter der Federführung von Prof. Robert [Bramkamp] fand am 3. und 4. Dezember 2013 der erste Kongress in diesem Zusammenhang in der HFBK statt. Hier wurden gemeinsam mit den Referent*innen sowohl die Situation von experimentellen Bewegtbildformen als auch Möglichkeiten zur Verbesserung der Rahmenbedingungen diskutiert.

An zwei Tagen wurden zahlreiche Vorträge und Filmbeiträge präsentiert, sowie Interviews geführt.

HH 2017

Mit Beiträgen von:

Michaela Ott, Steven Reich, Stefan Heidenreich, Josef Wutz, Robert Bramkamp, Remote Control, Birgit Glombitza, Alexandra Gramatke, Aron Sekelj, Annett Busch, Maike Mia Höhne, Mario Mentrup, Michael Girke, Rainer Bellenbaum, Elena Friedrich/Lisa Sperling, Hans Joachim Lenger, Max Sänger/Ben Schachmann, David Gomez, Akin Sipal.

Und weiteren Filmbeiträgen, sowie der Unterstützung von: Akin Sipal, Alexander Merbeth, Amo Tarzi, Aron Sekelj, Benjamin Schachmann, Carly May Borgstrom, David Gomez, David Jahn, Diana Sanchez, Elena Friedrich, Hana Kim, Joachim Glaser, Kathrin Dworatzek, Leonid Kharlamov, Liina Marivdottir, Lukas Vögler, Mario Schöning, Max Sänger, Paul Thalacker, Rosana Cuellar, Samuel Parkes Heinrichs, Sarah Drath, Stefan Stoev, HAW Medientechnik/ Produktionslabor: Christina Becker, Andreas Rippert, Gloria Schulz, Patrick Dadaczyski, Niels Rohrweber, Tim Winniker, Natalie Gravenor, realeyz: Amanda Förtsch.

Es folgte 2014 ein Arbeitstisch beim Kurzfilmfestival Hamburg gemeinsam mit Dietrich Kuhlbrodt, bei dem Strategien diskutiert wurden, wie man gegen die öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten vorgehen könne. Es diskutierten gemeinsam mit Robert Bramkamp und den Studierenden: Stefan Heidenreich, remote control und Dietrich Kuhlbrodt. Nach der Diskussion fand ein Casting für den Kollektivfilm statt, bei dem sich Dietrich Kuhlbrodt als die absolut geeignetste Person herausstellte, eine real-fiktive Klage gegen den NDR in Form des Films durchzuführen.

Der Film setzt somit das Vorhaben der Initiative fort. Er verwendet teilweise das dokumentarische Material der Debatten aus den zurückliegenden Veranstaltungen und den zahlreichen sich daran anschließenden Interviews und Gesprächen mit Filmschaffenden, -kritiker*innen und –produzent*innen der Szene (z.B. Kurzfilmfestival Oberhausen, Kongress über die Qualität des Films an der AdK Berlin). Dabei greift der Film einige Argumente der filmpolitischen Diskussion auf und führt sie gedanklich weiter. Themen und Begriffe wie z.B. Retrorealismus, Tatort, Nischendenken und Rundfunkbeitrag werden behandelt und konstruktive Gegenbegriffe und -strategien zur Erneuerung und Kritik des Systems der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten zu Tage gebracht.

Berlin ADK 2017

Ein Film von und mit:

Im Verlauf der Klage lernen wir nicht nur Dietrichs unterschiedliche Identitäten kennen, sondern auch viele Akteur*innen, die für oder gegen innovatives Filmemachen wirken, wie etwa:

Michael Allinger, Pamela Annecke, Maksim Artemev, Simone Ballüer, Oliver Bassemir, Christian Bau, Karla Bauer, Ken David Baehr, Robert Bramkamp, Jutta Brückner, Chor der HFBK unter Leitung von Gesa Werhan, Yunus Çağ Köylü, Ruben Christiansen, Leon Daniel, Marlene Denningmann, Barbara Denz, Sarah Drath, Jasmine Fan, Ingrid Jäger, Johannes Freese, Elena Friedrich, Pachet Fulmen, Lars Henrik Gass, Julius Gillman, Michael Girke, Birgit Glombitza, Christian Granderath, Natalie Gravenor, Martin Hagemann, Erik Hamann, Stefan Heidenreich, Marvin Hesse, Christoph Hochhäusler, David Huss, Rembert Hüser, Maike Mia Höhne, Frédéric Jaeger, Tabita Johannes, Melina Kamou, Hana Kim, Jinwoo Kim, Cornelia Klauss, Arne Körner, Thomas Köhling, Hans Joachim Lenger, Micha Lewandoski, Tobias Lindner, Mario Mentrup, Matl Findl, Daniela Mussgiller, Serafima Orlova, Steven Reich, Tanita Olbrich, Kengo Oshima, Michaela Ott, Tom Otte, Ben Paetzold, David Reiber, Wilfried Reichart, remote control, Anna Maria Resei, Rasmus Rienecker, Nadja Rutsch, Stefan Rosche, Miriam Schaub, Thomas Schreiber, Georg Seeßlen, Annett Stenzel, Aron Sekelj, Hannes Seth, Stefan Schäfers, Aline Schmidt, Stefan Stoev, Alexander Suprunov, Paul Thalacker, Sandra Trostel, Tatjana Turanskyj, Maria Vogt, Heiko Volkmer, Lukas Vögler, Cornelius Wilkenin, Ellen Wietstock u.a.

Weiterführende Links

Dazu den Satan zwingen auf der VOD-Plattform

Videoaufzeichnungen der Vorträge und die Kurzfilmbeiträge sind bei der VOD-Plattform realeyz.de zu sehen.

6. Juni 2017: Filmscreening und Gespräch in der Akademie der bildenden Künste Berlin