Kapitel 5.1 Hybride: Potenziale der Doku-Fiktion

Die Abgrenzung zwischen „Fiktion“ und „Realität“ in den audiovisuellen Medien ist immer wieder Gegenstand der Diskussion. In dieser Unit lotet Professor Bramkamp anhand seines Films Art Girls aus, wie in einem „fiktionalen“ Rahmen auch Momente der Realitätsabbildung und – eingebettet sein können. Mit einem Gastbeitrag von Prof. Dr. Rembert Hüser (Goethe-Universität Frankfurt am Main) über das Eigenleben von realen Objekten und Schauplätzen sowie von nicht verwendetem Material „Outtakes“ in einem fiktionalen Setting.

Mockumentary

https://ifm.hfbk.net/mediawiki/index.php/Mockumentary

Re-enactment

https://ifm.hfbk.net/mediawiki/index.php/Re-enactment

Zusatzmaterial

Robert Bramkamps Dokumentarfilm Beckerbillet (1992) spürt der Herstellung der Kinokarte, dem ökonomischen Vermittler zwischen seinen Werken und dem Publikum, nach. Er porträtiert die Hamburger Kartenfabrik Beckerbillet mit dokumentarischen und fiktionalen Mitteln in einem Essayfilm. Ein Essayfilm ist eine Filmform, die Sachthemen und philosophische Überlegungen oft mit einem Mix an filmischen Mitteln und persönlicher Handschrift und Position des Filmautoren untersucht. Beckerbillet ist inspirieriert von Sergej Tretjakows Konzept der „Biografie des Dings“.

Vollständiger Film hier:
https://stream.realeyz.de/media/beckerbillett/1_lnwvnml2

Doku-Fiktion – Beispiele

Anstelle einer theoretischen Abhandlung: Besprechungen von Filmen(der Filmkritikplattform critic.de), die auf vielfältige Art und Weise die Grenzen zwischen Fiktion und Dokumentation ausloten, übertreten, verwischen.
http://www.critic.de/genre/doku-fiktion/seite/1/

Ursula Ganz-Blättler: Genres zwischen Fiktion und Dokumentation – Versuch einer Neubestimmung

Die schweizerische Medienwissenschaftlerin Ursula Blättler-Ganz führt kompakt ein in die Debatte über Scripted Reality und anderen Grenzgängern zwischen Doku und Fiktion und plädiert für eine weniger absolute und differenziertere Unterscheidung zwischen den als Pole geltenden Begriffe Realitätsabbildung und Inszenierung.
http://www.medienheft.ch/dossier/bibliothek/d23_Ganz-BlaettlerUrsula.html

Margrit Tröhler: Filmische Authentizität

Margrit Tröhlers Aufsatz für die Filmzeitschrift montage a/v beschreibt das Mißtrauen im Zeitalter der elektronischen (Video) und vor allem der digitalen Medien gegeüber Bildern und lotet gleichzeitig Möglichkeiten aus, den Raum zwischen Doku und Fiktion zu erkunden und besetzen.
http://www.montage-av.de/pdf/132_2004/13_2_Margrit_Troehler_Filmische_Authentizitaet.pdf

Mark Rappaport: Secret Life of Objects

Der von Prof. Dr Rembert Hüser erwähnte Text von Mark Rappaport über das Eigenleben von Sets (Filmbauten) und Props (Requisiten) im klassischen Hollywood-Film (in englischer Sprache).
http://www.rouge.com.au/13/secret.html

Sergei Tretjakow: Die Biografie des Dings

Kurzer Aufsatz des sowjetischen konstruktivistischen Schriftsteller und Literaturtheoretikers Sergei Tretjakow: ein Aufruf, fiktionale Erzählungen mit Realität anzureichern, indem neben Menschen auch Objekte als Figuren in der Handlung auftreten.
http://edoc.hu-berlin.de/series/sachbuchforschung/12/PDF/12.pdf

Aufgabe

Vermischung von Dokumentarischem und Fiktionalem

Haben Sie in letzter Zeit Beispiele von Vermischung von dokumentarischen und fiktionalen Elementen im Film gesehen oder vielleicht in Ihrer eigenen Arbeit angewandt?

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